Drei Deutsche im Osten der Türkei entführt

Mario Lustich
Drei deutsche Bergsteiger sind im Osten der Türkei offenbar von kurdischen Rebellen entführt worden. Forderungen der Geiselnehmer liegen bisher nicht vor.

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat nach offiziellen Angaben drei deutsche Bergsteiger in der Türkei entführt. Sei seien zusammen mit zehn anderen auf dem Berg Ararat in der Osttürkei unterwegs gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Gouverneur der gleichnamigen Provinz.

Die Bergsteigergruppe habe in 3.200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen. Dort seien die Bergsteiger von vier PKK-Kämpfern überfallen worden. Drei Deutsche seien verschleppt worden. Die Grenzpolizei habe eine großangelegte Suche eingeleitet. Die zehn anderen Mitglieder der Gruppe seien zu einer Polizeistation gebracht worden, sagte der Gouverneur.
Mario Lustich
Nach der Geiselnahme dreier Deutscher auf dem Ararat hat die türkische Armee den Berg komplett abgeriegelt. Die PKK forderte, im Interesse der Geiseln die Militäraktion einzustellen.

Die Bundesregierung hat die von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gestellten Bedingungen für die Freilassung der drei im Osten der Türkei entführten deutschen Bergsteiger abgelehnt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Wolfgang Schäuble betonten, die Bundesregierung lasse sich nicht erpressen. "Wir erwarten eine sofortige und bedingungslose Freilassung", sagte Steinmeier.

Der Krisenstab im Auswärtigen Amt in Berlin arbeite weiter intensiv an einer Lösung. "Ich hoffe auf ein gutes Ergebnis", sagte Steinmeier. Unterdessen beauftragte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe das Bundeskriminalamt mit Ermittlungen wegen Geiselnahme und versuchter Nötigung.