EU löst europaweiten Alarm nach Atom-Zwischenfall aus

Mooki
Zwischenfall in slowenischem Atomkraftwerk

Im Kühlsystem des slowenischen Atomkraftwerks Krsko ist Flüssigkeit ausgetreten: Die EU-Kommission hat über das Frühwarnsystem für nukleare Zwischenfälle eine entsprechende Warnmeldung erhalten. Eine Gefahr für Menschen oder die Umwelt bestehe jedoch nicht. Die Anlage werde derzeit heruntergefahren.



Quelle : welt.de
Mario Lustich
Greenpeace: "Sehr ungewöhnlich"

Das Atomkraftwerk, das Slowenien und dem Nachbarland Kroatien gemeinsam gehört, wurde von dem japanisch-amerikanischen Unternehmen Westinghouse gebaut und ging 1983 ans Netz. Es produziert derzeit 20 Prozent des slowenischen und 15 Prozent des kroatischen Strombedarfs.

Greenpeace Deutschland stufte eine europaweite Warnung auf Anfrage als "sehr ungewöhnlich" ein.

Ein Slownischer Reporter: Stufte die Lage ebenfalls als merkwürdig ein da keine Informationen in Slowenien rausgegeben werden.
tehr
Was ist an der Warnung "sehr ungewöhnlich". Es gab einen Verlust von Kühlwasser, der wahrscheinlich gemeldet werden muss. Insofern hat man sich nach diesem Zwischenfall regelkonform verhalten.
netopyr
Tja - so ähnlich war es seinerzeit bei Tschernobyl auch zu Beginn. In Unkenntnis der Verwendung des Wortes "Havarie" (ein typischer russisch-deutscher falscher Freund) mokierten sich damals Politik und Medien primär über dieses Wort anstatt eine präzise Information an die Allgemeinheit mit klaren Handlungsanleitungen weiterzuleiten.

Heute wiederholt sich diese Art der Desinformation für die Allgemeinheit anscheinend wieder mit dem Unterschied eines "europaweiten" Alarms. Ich war heute bis zum Abend in der Stadt unterwegs und habe nicht das Geringste von einem "Alarm" mitbekommen.

Es gibt ein wunderbares Buch der Autorin Gudrun Pausewang mit dem Titel Die Wolke und es gibt einen ebenso wunderbaren Zeichentrickfilm mit Titel Wenn der Wind weht. Das Land hat anscheinend wirklich nichts dazugelernt. Ich fühle mich desinformiert.
Mario Lustich
Reaktor-Zwischenfall "nicht so schlimm"

Ein Fehler bei der Benachrichtigung der zuständigen Behörden bzw. ein falsches Formular haben den "Reaktor-Zwischenfall" in Slowenien ausgelöst. Eine Gefahr habe aber nie bestanden.

Slowenien räumte am Mittwochabend einen Fehler bei der Benachrichtigung der zuständigen Behörden ein. Der Zwischenfall sei zunächst als Übung der Strahlenschutzbehörde im benachbarten Österreich gemeldet worden, hieß es nach slowenischen Medienberichten. Es sei aus Versehen zunächst ein falsches Formular benutzt worden, sagte der Leiter der slowenischen Atomschutzbehörde, Andrej Stritar, dem slowenischen Fernsehsender TVS am Abend. Später sei der Fehler korrigiert worden. Die EU-Kommission hatte nach dem Vorfall über ein spezielles Warnsystem alle 27 Mitgliedsstaaten der EU informiert. In den Medien war zunächst von einem EU-weiten «Atomalarm» die Rede.

Die Behörden in Ljubljana stuften den Zwischenfall selbst als "eher gering" ein. Aus dem «primären System» des Reaktors sei Wasser ausgetreten, hieß es nach Angaben der slowenischen Atomsicherheitsbehörde. Daraufhin sei der nahe der kroatischen Grenze gelegenen Meiler schrittweise vorsorglich abgeschaltet worden. Menschen und Umwelt seien nicht gefährdet worden.