Olympische Flamme an geheimen Ort gebracht

Mario Lustich
Der Olympische Fackellauf ist zu einer Farce geworden: Aus Angst vor weiteren Zwischenfällen brachten Sicherheitskräfte die Flamme am Dienstag an einen geheimen Ort in San Francisco. In London und Paris hatten Demonstranten den Fackellauf massiv gestört. Am Mittwoch soll das Olympische Feuer dann auf einer etwa zehn Kilometer langen Route durch San Francisco getragen werden. Die Westküstenmetropole ist die einzige US-Station auf dem Weg rund um die Welt nach Peking.

Diskussion über Abbruch

Intern diskutieren die IOC-Mitglieder bereits seit Tagen über einen Abbruch des Spießrutenlaufs nach der Station San Francisco. Der Fackellauf soll dann erst auf chinesischem Boden ein paar Wochen vor der Eröffnungsfeier fortgesetzt werden. "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge, "ein wichtiges Symbol ist attackiert worden, und ich bin sehr traurig, für die Athleten und die Menschen, die sich darauf gefreut haben." Für das australische IOC-Mitglied John Coates wäre eine Unterbrechung das falsche Signal: "Das ist, als ob man dem Terrorismus nachgeben würde." Das Pekinger Organisations-Komitee BOCOG ist Veranstalter des Fackellaufs.

Quelle: t-online
ebbelheinz
Zitat:
Der Olympische Fackellauf ist zu einer Farce geworden


Die ganze olympische Veranstaltung ist eine Farce. Man backt für die Sponsoren friedfertige Eierkuchen gewissermaßen an der Realität vorbei, und die sieht nunmal so aus, daß das politische Konfliktpotential in China/Tibet weder wegzuleugnen noch durch zwanghafte Beschwörungen an den sportlichen Übergeist schönzureden ist. Als wäre die Welt ein Zuckerbäckerland.

Den beteiligten Sportlern wurde seitens des olympialen Verwaltungsapparats vorab schonmal ein Maulkorb verordnet, sie sollen sich nicht politisch äußern dürfen. Ein Treppenwitz, sich im nächsten Atemzug über zensorisches Gebahren der chinesischen Regierung zu echauffieren.

Man will aufkeimende Menschenrechtsdiskussionen lieber so schnell wie möglich vom Tisch kehren und stattdessen einen auf heile Welt machen. Sonst springen nachher noch die Sponsoren ab.
Mooki
Zu der ganzen China/Tibet - Olympia-Diskussion (auch in anderen Foren, in denen ich aber aktuell nicht mehr posten kann/will Augen rollen ) habe ich heute mal einen IMHO wirglich guten Kommentar bei Shortnews gefunden, denn ich so 100%ig unterschreiben kann :

Zitat:
an die ganzen Scheinheiligen hier...

Wann wart ihr das letzte mal bei einer Demonstration gegen einen afrikanischen Präsidenten wie Mugabe? Wann habt ihr das letzte zum Boykott gegen israelische Produkte/Veranstaltungen aufgerufen wegen des Landraubs und der Vergehen der Israelis an den Palästinensern?

Oh bitte entschuldigt, darüber hat die Bildzeitung ja nicht berichtet ...

...

Bis vor einem Monat war dir und tausenden anderen Tibet auch "egal" obwohl es schon seit 50 Jahren besetzt ist. Afrika ist euch allen auch egal obwohl es seit ewigen Zeiten zu unglaublichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gekommen ist oder immernoch kommt.

Die Amerikaner haben Guatanamo, haben ein Land illegal angegriffen und besetzt und zwar in jüngster Zeit!!! Warum boykottiert ihr nicht MC Donalds und protestiert vor der US Botschaft?

In meinen Augen seit ihr nur manipulierte Marionetten der Medien.
Terz
und wenn ich das schon lese:

"Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking soll die Olympische Fackel während des Fackellaufes von Bergsteigern von der tibetischen Seite auf den Gipfel des Mount Everest gebracht werden. Um dies medial besser präsentieren zu können, wird die Straße zum nördlichen Basislager im Rongpu-Tal befestigt. Das Training chinesischer Bergsteiger für diesen Fackellauf geschah in der Saison 2007 erstmals mit militärischen Absperrmaßnahmen, privilegiertem Zugang und bewachten Posten am chinesischen Basislager, ein für Bergsteiger ungewohnter und kritisch betrachteter Umstand, den es zuvor an keinem Berg gab. Im Frühjahr 2008 wurden zudem alle Expeditionen über die Nordroute bis zum 10. Mai untersagt. Auch die Südroute sollte nach dem Willen Chinas gesperrt werden, dieses Ansinnen wurde aber von Nepal zurückgewiesen. Somit wird es im Frühjahr vermutlich außer der Fackellauf-Expedition keine Gipfelchancen für auswärtige Bergsteiger über die Nordroute geben. Auch die Besteigung des Cho Oyu wurde bis zum 10. Mai untersagt.
Zusammen mit dem Fackellauf sollen auch technische Höchstleistungen präsentiert werden. Deshalb hat der Mobilfunkanbieter China Mobile im Jahr 2007 insgesamt drei Sendemasten installieren lassen (auf 5200 Meter Höhe, 5800 Meter Höhe und 6500 Meter Höhe). Damit ist es möglich, auf der gesamten Aufstiegsroute bis zum Gipfel das Handy zu benutzen. Der Empfang soll bei einem Testgespräch sehr gut gewesen sein. Allerdings wurde die Antenne auf 6500 Meter auf Grund des harten Winters gleich wieder abgebaut. Erst beim Fackellauf soll sie wieder funktionieren und danach auch für Bergsteiger und Wissenschaftler zur Verfügung stehen".

(Wikipedia)
Mooki
Zitat:
Original von Terz
"Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking soll die Olympische Fackel während des Fackellaufes von Bergsteigern von der tibetischen Seite auf den Gipfel des Mount Everest gebracht werden."

Wo ist das Problem ??
JEDES Land das olympische Spiele ausgetragen hat, hat versucht die Attraktionen der vorherigen Spiele zu überbieten (z.B. wurde 1984 beim Fakellauf getaucht) und genau das ist es, den noch auf keinem Fakellauf war die olympische Fackel auf dem Mount Everest.
Falls du die Absicherungen meinst - schau die die Absicherungen der letzten Spiele an, auch dort wurde Militär eingesetzt.
Und fallst du die technische Höchstleistungen meinst - die haben (bis auf den letzten Mast) nach der Olympiade wenigsten noch einen Sinn, was ich von vielen ehemaligen Bauwerken die extra für Olympia gebaut wurde nicht sagen kann.