Stupa, Sanchi

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Der Stupa ist ein Denkmal, ein Symbol für den Buddha und den Buddhismus. Die englischsprachige Fachliteratur des 19. Jahrhunderts bezeichnete den Stupa auch als „Tope“. Der Begriff soll aus Afghanistan stammen, wo Johann Martin Honigberger und Charles Masson 1833 buddhistische Monumente, solide gemauerte Grabhügel, entdeckten (die „Kabul Minars“), die sie Topes nannten. Der gleiche Begriff wurde auch für die Grabhügel von Manikyala im Punjab benutzt, daher kommt Alexander Cunningham in seinem Buch The Bhilsa Topes zu der Schlussfolgerung, dass Tope vom Pali-Wort Tupo stammt, welches wie auch das Sanskrit-Wort Stupa einen Grabhügel („Tumulus“) beschreibt.
Mit Stupa war in uralten Zeiten der Erdhügel gemeint, der über den Überresten einer toten Person errichtet wurde (aus dem Sanskrit stup: aufhäufen, ansammeln). Dieser Hügel hatte die Form einer Halbkugel und war meist aus Erde oder auch aus Stein gemacht: die Inder setzten einen Stab in den Mittelpunkt der Halbkugel und beerdigten die Gebeine unter ihm. Der Stab wurde als Verbindung zum Zentrum des Universums angesehen, welches alle Energie sammelte und die Geburt allen Lebens beeinflusste. Die (Halb-)Kugel als Symbol für Vollständigkeit zeigte die Balance von Energie im Universum, wurde zum Symbol des Universums.
Diese Idee übernahm der Buddhismus. In der Mahaparinibbana-Sutra wird erwähnt, dass vier Personenkreise würdig genug sind, einen solchen Grabhügel zu erhalten: Ein Vollendeter, ein Heiliger, „vollkommen Erwachter“ (also ein historischer Buddha – Samma-Sambuddha), ein „einzeln Erwachter“ (also ein Buddha, der allerdings nicht das Dharma predigt – Pacceka-Buddha), ein Jünger des Vollendeten und ein Kaiserkönig (Chakravartin – Universeller Monarch).
In nur wenigen Jahrhunderten entwickelte sich der schlichte Grabhügel zu der Grundform der heutigen Stupas, der Stupa von Sanchi (Zentral-Indien). Bereits hier sind die vier Grundelemente zu erkennen: eine quadratische Plattform als Basis, das halbkugelige Kuppelgewölbe, eine Reliquien-Kammer, die Spitze, oft auch durch einen stilisierten Schirm ersetzt, die mit einer „Krone“, einem „Juwel“ (welches oft wörtlich zu nehmen ist) abgeschlossen ist. Diese vier Elemente stehen für die Elemente des Buddhismus: den Sangha (Basis), das Dhamma (die Kugel), den Buddha (die Reliquienkammer, die Spitze) und das Nibbana (das Juwel).
Aus dem Stupa entwickelte sich in Sri Lanka seit dem 2. Jh. v.Chr. die Dagoba, in Myanmar die Paya, in Thailand die Chedi, die auf der singhalesischen Dagoba fußt. Daraus ergab sich in Laos der That.
Die nördliche Entwicklungslinie zeigt in Ostasien die Pagode, deren chinesische Variante innen begehbar ist. Die chinesische Pagode verbreitete sich im 5.-8. Jh. nach Korea und Japan (in Japan ausschließlich aus Holz konstruiert). In Tibet entwickelte sich der Stupa zur Chörten weiter, dessen Bauform in Texten des Tengyur, dem Kommentarteil des tibetischen buddhistischen Kanons, festgelegt ist. Der Chörten symbolisiert den Stufenweg zur Erleuchtung und stellt zugleich ein Sinnbild für den aktiven Weg des Bodhisattva dar.

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