Transrapid - Projekt München

Terz
Der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber verkündete kurz vor seinem Rückzug aus der Landesregierung am 25. September 2007 in München: „Der Transrapid ist unter Dach und Fach und wird gebaut“ Er erklärte, es sei eine Einigung zwischen Bahn, Freistaat und der Industrie erzielt worden.

Der Spruch mit dem Autohändler machte mehrere Jahre lang die Runde: Neuwagen müssen vom Käufer, nicht vom Hersteller bezahlt werden, lautete der gerne bemühte Vergleich, mit dem die Industrie ihr kategorisches Nein zu einer Mitfinanzierung der Münchner Transrapidstrecke begründete. Montagnacht gaben die Vertreter von Siemens und Thyssen-Krupp nach: Jeweils 25 Millionen Euro tragen die Unternehmen zum Gelingen des gemeinsamen Werkes bei.
Die entsprechende Vereinbarung mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber und der Bahn wurde noch am selben Abend unterzeichnet. Etwa 23 Uhr war es da schon, die Gespräche in der Münchner Staatskanzlei hatten sich über Stunden gezogen. Zur Feier des Tages servierte der Hausherr Champagner - zum Erstaunen von Minister Erwin Huber, der derlei Ausschweifungen in der Staatskanzlei noch nicht erlebt hatte.
Ob der Transrapid in München wirklich gebaut wird, ist freilich durch eine solche Vereinbarung noch nicht entschieden. Selbst Skeptiker müssen nun aber einräumen, dass der Schwebeflitzer gen Airport sehr viel wahrscheinlicher geworden ist. Es gibt kein Zurück mehr, betont Stoiber. Sollten, was aus Sicht des CSU-Politikers nicht zu erwarten ist, die Kosten doch noch ansteigen, müsse dieses Problem durch erneute Verhandlungen gelöst werden. Solange es aber dafür keine konkreten Hinweise gebe, rechnen Politik wie Industrie weiter mit den immer wieder publizierten 1,85 Milliarden Euro - einer Zahl, die von 2002 stammt und 2004 an die Preisentwicklung angepasst wurde.
Diese Summe habe man seit Montagabend beisammen. "Es ist alles entschieden, was im Moment entschieden werden kann", freut sich Huber. Ob noch ein paar Posten hinzukommen, sei seriös erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zu berechnen - wenn feststeht, ob die Baugenehmigung mit Auflagen versehen ist. Große Sorge hat Huber offenbar nicht. "Der Transrapid wird gebaut", frohlockt der Minister, der diese Auskunft sogleich als "Nachricht des Jahres" bezeichnete.

(Quelle: sueddeutsche.de)

Projektplan und Trassenverlauf:

Ab dem Jahr 2011 ist der Einsatz des Transrapids als Regionalverkehrszug in München vorgesehen. Die geplante Trasse hat eine Länge von 37,4 km, davon sind drei Teilabschnitte mit insgesamt 7,2 km untertunnelt. Der Magnetzug soll nach den bisherigen Planungen auf dieser Trasse zwischen 230 km/h und 350 km/h schnell sein, woraus sich eine Fahrtzeit von rund zehn Minuten ergibt (die bisherige Fahrzeit liegt bei rund 40 Minuten). Die geplante Trasse verläuft vom Flughafen ohne Zwischenhalte über Neufahrn bei Freising, Eching ,Unterschleißheim, Oberschleißheim am Olympiapark vorbei bis zum Hauptbahnhof. Der Flächenbedarf beträgt etwa 84 ha.

Fahrzeuge :

Zum Einsatz auf der Strecke sind neue Fahrzeuge vom Typ Transrapid 09 vorgesehen. Das erste, rund 80 Meter lange und 170 Tonnen schwere Fahrzeug, wurde im April 2007 vom Hersteller an die Transrapid-Versuchsanlage Emsland übergeben. Im Gegensatz zu früheren Zügen wurde das Fahrzeug für den Nahverkehr entwickelt. So wurden die Türen vergrößert, Mehrzweckabteile (z. B. für Gepäck, Kinderwagen oder Fahrräder) integriert und die Höhe der Fahrzeuge um rund 15 cm angehoben. Für den Einsatz in München ist ein Fahrzeug mit einer Länge von 75 Metern geplant. Es wird eine Kapazität von rund 450 Fahrgästen haben.

Geplante Fahrtkosten :

Die Fahrkarten für den Transrapid werden in das MVV (Münchner Verkehrs Verbund)Tarifgefüge aufgenommen. Dabei werden jedoch Zuschläge erhoben. So sollen folgende Fahrpreise erhoben werden:

- bei Einzelfahrten 13,80 Euro (8,80 Euro für eine Einzelfahrkarte 4 Zonen + 5,00 Euro Transrapid-Zuschlag),
- bei einer Tageskarte 17,50 Euro (10,00 Euro bei Single Tagesticket Gesamtnetz + 7,50 Euro Transrapid-Zuschlag),
- bei einer Monatskarte 163 Euro (138 Euro bei Isarcard 13 Ringe + 25,00 Euro Transrapid-Zuschlag).

Kritik:

Die Strecke in München steht aufgrund ihrer geringen Länge und der hohen Kosten in der Kritik. Die rot-grüne Stadtratsmehrheit in München lehnt das Projekt ab. Auch die bayerische SPD und die bayerischen Grünen sind im Gegensatz zu der Bundesführung der SPD gegen dieses Projekt. Sie schlagen als Alternative dazu eine Express-S-Bahn zum Flughafen vor, zu der jedoch noch keine konkreten Planungen vorliegen. Die Europäische Union unterstützte die Planung zum Transrapid bisher mit 7,5 Millionen Euro. Die Stadt München kündigte an, zwei Klagen gegen die geplante Strecke einzureichen.

(Eckdaten bei Wikipedia)

(Infoseite "Projekt München" der DB)

(Imagefilm der DB)

(Führerstandsmitfahrt auf der Teststrecke in Lathen)
Starbuck
Wegen der Kostenexplosion wird der Münchner Transrapid nicht gebaut. In einer Krisensitzung in Berlin beschlossen Bundesregierung, bayerische Landesregierung und Industrie das endgültige Aus für das Prestigeprojekt der CSU.

"Das Münchner Magnetschwebebahnprojekt ist gescheitert“, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Donnerstag in Berlin. An der Sitzung nahmen auch Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und Siemens-Chef Peter Löscher teil. Hintergrund ist eine Kostenexplosion für die geplante Strecke zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen.

Der Bau der Magnet-Schwebebahn hätte nach Angaben der Industrie zwischen 3,2 und 3,4 Milliarden Euro gekostet. Zuvor waren 1,8 Milliarden Euro veranschlagt gewesen. Bisher waren nach einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2002 Kosten von 1,85 Milliarden Euro für die Magnetschwebebahn veranschlagt worden. Der Bund hatte sich zuletzt bereiterklärt, die Hälfte der Baukosten zu übernehmen, maximal aber 925 Millionen Euro. Bayern hatte seine Beteiligung auf 500 Millionen Euro begrenzt.

Quelle: FOCUS und Süddeutsche Zeitung
FoxMcLoud
war doch klar, dass das nichts werden wird, weil es einfach zu teuer im bau und wahrscheinlich zu unrentabel sein wird. nur damit man 10 minuten statt 30-40 minuten bis ins zentrum braucht (und dafür wohl noch mehr zur kasse gebeten wird als mit bus oder u-bahn), ist für mich kein grund, das ding zu bauen.
zudem ist es bei anderen großstädten und metropolen wie berlin, frankfurt, london, new york sogar noch länger, um vom flughafen ins zentrum oder umgekehrt zu kommen.
30 Minuten fahrt vom zentrum zum flughafen ist für mich vollkommen vertretbar

mfg fox
Starbuck
100% rechtgeb, @Fox. Trotzdem ist es bedauerlich, dass das Ganze so irrsinnig teuer geworden ist, denn als technologisches Aushängeschild für die Industrie hierzulande wäre es schon wichtig, wenn der Transrapid auch in Deutschland regulär verkehren würde, nicht nur in Shanghai oder sonstwo in der Weltgeschichte... unglücklich
Terz
Ist ja schliesslich nicht das erste mal, das soetwas in Deutschland gecancelt wird:

Metrorapid



unglücklich
Mooki
Wie, es wird nix mit dem Transrapid ???

Aber dann liegt ja der Flughafen ja jetzt doch nicht am Hauptbahnhof ??
Er wird also weiter von Bayern und den bayerischen Städte entfernt ?

Das ist ja eine Frechheit !!!

Unser KAISER äh KÖNIG Eddi der Letzte hat sich ... äh uns doch versprochen das der kommt....


heljoham
Naja 10min. statt 40min wär ja schon ne Steigerung gewesen. Und eine zusätzliche Attraktion wärs auch. Ich find`s etwas Schade.

Und wer weiß für welchen Schmarrn das Geld jetzt verschwendet wird.
Starbuck
3.200.000.000+ EUR für eine 'Attraktion' rauszublasen, ist doch reichlich gewagt, oder? Attraktionen gibt's auf der Wies'n, dachte ich?!
Und der Schmarrn, wie du es nennst, sind zahllose andere Verkehrsprojekte in Bayern und anderso, die sonst niemals hätten realisiert werden können. verwirrt

EDIT: im letzen Sommerurlaub in Schweden live erlebt: der Arlanda Express, der zwischen der Hauptstadt Stockholm und dem ebenfalls außerhalb gelegenen Flughafen Arlanda verkehrt. Wie der Münchner Flughafen ist auch Stockholm-Arlanda ziemlich genau 38 km Bahnlinie vom Hauptbahnhof entfernt. In 20 Minuten ist man nonstop durchgerauscht. Wieso ist das nicht auch in München möglich, wahrscheinlich zum Bruchteil der Kosten? War dem Eddie wohl nicht 'originell' genug... Augen rollen
Klirrnie
Finde es auch nurvollkommen richtig das dieses "Projekt" endlich abgeblasen wurde,
mir war auch schon von anfang an klar...das kann nix werden und wird es auch nicht.
Mir stellt sich halt immer noch die Frage: Warum brauchen wir soetwas in Deutschland..? In Japan, China..etc. ist es angebracht aber nicht hier.

Die Fahrpreise wären eh viel zuüberteuert gewesen so das ihn eh nur die benutzt hätten die auch genug Geld haben. Zunge raus
Terz
Zitat:
Und wer weiß für welchen Schmarrn das Geld jetzt verschwendet wird.


Hauptsache Deutschland zahlt jährlich knapp 70 Milionen Euronen Entwicklungshilfe an China. Die sind ja schliesslich auch "nicht" Exportweltmeister und auch "keine" High-Tech-Nation.

Augen rollen Tja, was man damit so alles machen könnte in Deutschland. stupid
Starbuck
Tja, das steht auf einem anderen Blatt...
Terz
Schon klar Starbuck. Wollt damit auch nur verdeutlichen, das wir hier Geld raushauen was wir in unserem Ländle viel dringender benötigen als die Chinesen. Und da gehören auch die 3 Mrd. aus Eddis Spielzeugeisenbahn mit zu!


Gruss smile
carlo-escobar82
Wahrscheinlich is der erste Transrapid der in Deutschland an den Start geht ne billige kopie von den Chinesen.....

Die sind ja die Nr 1 in der Industriespionage....

der is dann wenigstens billig!
dfb
Zitat:
Wahrscheinlich is der erste Transrapid der in Deutschland an den Start geht ne billige kopie von den Chinesen.....

Die sind ja die Nr 1 in der Industriespionage....

der is dann wenigstens billig!


lol lachen good1 !! großes Grinsen

auf eine derart geniale Idee hätten die Berater vom Ede ja auch mal kommen können
Mooki
Zitat:
Original von dfb
Die sind ja die Nr 1 in der Industriespionage....

Das halte ich mal für ein Gerücht.
In Richtung Industriespionage haben unsere Freunde aus USA und GB bei uns eher die Finger im Spiel, und auch Russland hat ganz offen zugegeben das Industriespionage für die eigene Industrie wichtig ist.
Gopalo
Ja, leider müssen wir jetzt die IKB und Konsorten vor dem Ruin retten. Da können wir uns nun so ein tolles Spielzeug wie den Transrapid natürlich nicht mehr leisten.
Bisher sind über 15.000.000.000,00 € in das Faß ohne Boden gepumpt worden.
Und das Schlimmste dabei ist: wir könne damit nicht zum Airport fahren.

Hätten die Intelligenzbestien der Banken etwas besser auf ihre/unsere Kohle geachtet, könnten wir uns fünf solcher Strecken leisten. Da hätte jeder eine abbekommen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München.

@Terz
Allein von deren jährlichen Zinsen (bei lumpigen 4% als Tagesgeld hätte man 600.000.000,00 € herausbekommen) könnten wir uns 8,5 Jahre China-Hilfe leisten.

Gruß
Gopalo
tehr
Zitat:
Die Fahrpreise wären eh viel zuüberteuert gewesen


Fünf Euro extra für 30 Minuten früher ankommen halte ich für sehr angemessen.
FoxMcLoud
ich nicht!

laut wikipedia würde eine einmalfahrt vom flughafen zum bahnhof 13,80€ kosten, wovon 5€ transrapid-zuschlag wäre. dann zahle ich doch lieber 8,80€ und bin ne halbe stunde länger unterwegs. zudem wird die bahn auch jedes jahr teurer

mfg fox
tehr
Du darfst nicht vergessen, dass die meisten Menschen nicht aus ihrem Vergnügen von / zum Flughafen fahren, sondern weil sie berufliche Gründe dazu zwingen. Wenn durch den Einsatz von fünf Euro eine halbe Stunde Arbeitszeit eingespart werden kann, ist das schon sehr gut.

Der Transrapid würde nicht mit der S-Bahn konkurieren, sondern mit dem Taxi.
dfb
Zitat:
laut wikipedia würde eine einmalfahrt vom flughafen zum bahnhof 13,80€ kosten, wovon 5€ transrapid-zuschlag wäre. dann zahle ich doch lieber 8,80€ und bin ne halbe stunde länger unterwegs. zudem wird die bahn auch jedes jahr teurer


Vor allem darf man auch nicht vergessen, dass die Transrapidfahrt nicht ausschließlich der Beförderung dient, sondern auch ein touristisches Highlight wäre.

Gestern las ich noch in der Welt, dass es in Shanghai für Touristen gängige Praxis ist, am Abreisetag mit dem Bus nicht direkt zum Flughafen zu fahren (was die günstigste und in den meisten Fällen schnellste Möglichkeit ist), sondern erst umständlich den Transrapid-Bahnhof anzusteuern, um dieses Erlebnis einmal mitzumachen. (Kostet bei denen allerdings auch nur etwa 5 Euro! großes Grinsen )